Johann Prietl Neunter im EM-Zeitfahren
Unser Aushängeschild im Kampf gegen die Uhr hat wieder abgeliefert: Johann Prietl belegte bei den UEC Masters-Europameisterschaften in Varese (Italien) im Einzelzeitfahren der Klasse 50–54 den hervorragenden 9. Platz.
Der 22 Kilometer lange Kurs startete an der Pferderennbahn von Varese. Er führte zuerst bergauf bis zum Wendepunkt in Valganna und danach wieder zurück, eine Strecke für echte Zeitfahrspezialisten. Johann bewältigte sie in 30:19 Minuten mit einem Schnitt von über 43,5 km/h. Auf Platz 8 fehlte ihm nur eine halbe Minute. Unter mehr als 400 Startern aus ganz Europa bedeutete seine Zeit Rang 66 in der Gesamtwertung. Eine überragende Leistung!
Straßenrennen: Gute Beine, schwierige Bedingungen
Am Sonntag folgte das Straßenrennen, für das Georg von Falck und Johann Prietl am Start standen. Die EM wurde im Rahmen des Granfondo Tre Valli Varesine ausgetragen, mit rund 5.000 Teilnehmenden auf 126 Kilometern und 2.100 Höhenmetern. Die Mischung aus EM-Startern und einem riesigen Hobbyfeld sorgte allerdings für große Probleme.
Georg berichtet: „Viele überforderte Hobbyfahrer sind quer durchs Feld gefahren. In der Anfangsphase wurde ich bereits dreimal durch Massenstürze aufgehalten oder musste rausnehmen und bin jedes Mal wieder zur Spitzengruppe vorgefahren. Der vierte Massencrash passierte direkt vor mir, da konnte ich nicht mehr ausweichen.“ Für Georg war das Rennen damit schon nach 12 Kilometern vorbei.
Johann bestätigte diese Eindrücke. Die EM-Starter wurden am Start nicht nach vorne gereiht. Deshalb fuhr er immer wieder auf früher gestartete Gruppen auf und musste ständig überholen, ein faires Rennen war so kaum möglich. Trotzdem kämpfte er sich durch und erreichte nach 3:38 Stunden mit einem Schnitt von über 35 km/h als 40. seiner Altersklasse das Ziel. Das ist besonders schade, denn Johann hatte auch am Sonntag ausgezeichnete Beine und war in seiner Gruppe den anderen Fahrern klar überlegen. Unter fairen Bedingungen wäre deutlich mehr möglich gewesen.
Fazit
Ein Top-10-Platz bei einer Europameisterschaft ist ein großartiger Erfolg, Gratulation, Johann! Die Organisation des Straßenrennens hätte sich ein EM-Feld aber anders verdient. Am wichtigsten ist uns: Beide Starter sind wieder gesund zu Hause.
